Die Akzeptanz der Energiewende ist nur noch dort vorhanden,
wo das Wissen um ihre Auswirkungen fehlt!

PRESSEMITTEILUNG                                                                                        

                                                                    

Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen soll windindustriefrei bleiben

 

Das Bündnis Energiewende für Mensch und Natur e.V. begrüßt die unter erheblichem Druck durch das MAB-Nationalkomitee der UNESCO nun endlich zustande gekommene Entscheidung des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums für einen Verzicht auf Windindustrieanlagen auf den landeseigenen Flächen im zentralen Teil des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen.

Wir freuen uns über die einstweilige Möglichkeit der Rettung des Pfälzerwalds vor dem in Rheinland-Pfalz noch immer wider alle ökonomische und ökologische Vernunft vorangetriebenen weiteren Ausbau der Windindustrie. Zugleich danken wir unseren unermüdlichen Mitstreitern der Initiative Pro Pfälzerwald und erweisen auch dem Bezirkstag Pfalz unter dem Vorsitzenden Theo Wieder großen Respekt für seine unbeugsame Haltung.

In dem jahrelang andauernden Gezerre um die mögliche Ausweisung von angeblich zur Errichtung riesiger Rotortürme geeigneter Flächen sprachen sich vor allem der Landauer Oberbürgermeister Hans-Dieter Schlimmer (SPD), Torsten Blank (SPD, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Landau-Land) und Kurt Wagenführer (CDU, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Annweiler) immer wieder mit Nachdruck für die Errichtung von naturzerstörenden Windkraftanlagen im Pfälzer Wald aus. Vielen ebenso bedenkenlosen Ortsbürgermeistern und Gemeinderäten stand der Mainzer Staatssekretär Dr. Thomas Griese (Bündnis90 / Die Grünen) geradezu inspirierend zur Seite.

Noch in ihrer "Landauer Erklärung" vom 25. November 2014 hatten die Kommunalpolitiker betont: "Die Verbandsgemeinden Annweiler, Hauenstein und Landau-Land, der Landkreis Südliche Weinstraße sowie die Stadt Landau in der Pfalz sehen sich in der Verpflichtung, Windkraft im Pfälzerwald zuzulassen und leisten damit ihren Beitrag zur dezentralen Energieversorgung aus regenerativen Energieträgern."

Weiter heißt es in demselben Text: "Wir wollen beispielhaft demonstrieren, dass der Mensch durch Nutzung moderner Umwelttechnik im Einklang mit der Natur leben kann. Der UNESCO-Status des deutschfranzösischen Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen bleibt durch die Errichtung von Windkraftanlagen aufrecht erhalten."

Dieser Gedankengang bietet ein schulbuchreifes Exempel für jene Wahrnehmungsstörungen, die überall auftreten, wo wohlmeinende Kommunalpolitiker eine solide Finanzausstattung ihrer Gemeinden als Garantie fürs ganze Gemeinwohl betrachten. Für sie zählt hauptsächlich nur Geld; die Lebensqualität für Mensch und Tier sowie den Natur- und Landschaftsschutz halten sie für nachrangig.

Erst nachdem Dr. Christiane Paulus als Vorsitzende des UNESCO-Nationalkomitees den infolge der Windindustriepläne gefährdeten Status des Pfälzerwalds als Biosphärenreservat ausdrücklich in Frage gestellt hatte, sah sich Umweltministerin Ulrike Höfken zum Einlenken gezwungen. Selbst die von ihrem Staatssekretär als möglicher Windindustriestandort postulierte Konversionsfläche auf dem Langer Kopf kommt nun urplötzlich nach Höfkens Ansicht "aus Gründen der Flugsicherung" nicht mehr in Frage. Ein "Sieg der Vernunft" hört sich anders an.

Zwar äußerte die Ministerin die Meinung, dass die Unterzeichner der "Landauer Erklärung" nun ihre Windindustriepläne nicht weiter verfolgen sollten, doch schränkte sie sogleich wieder ein, die Entwicklungszone außerhalb der zusammenhängenden Waldgebiete sowie das vorbelastete Gebiet entlang der A6 seien "anders zu betrachten“. Dies scheint im Klartext zu bedeuten, dass sie in der nördlichen Region des Pfälzerwalds nach wie vor potenzielle Standorte für Windindustrieanlagen zu erschließen hofft.

Gemeinsam mit der Initiative Pro Pfälzerwald fordert unser Bündnis Energiewende für Mensch und Natur e.V. mit aller Entschiedenheit, das grenzüberschreitende Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen in seiner Gesamtheit von Windindustrieanlagen frei zu halten und dies vor allem rechtlich klar zu regeln sowie eine Änderung des LEP IV herbeizuführen.

 

Uwe Anhäuser

1. Vorsitzender Bündnis Energiewende für Mensch und Natur e.V.

 

 

Bündnis Energiewende für Mensch & Natur

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