Die Akzeptanz der Energiewende ist nur noch dort vorhanden,
wo das Wissen um ihre Auswirkungen fehlt!

Demonstration in Mainz

Erklärung des Bündnisses

zur Tagung „Energiewende erfolgreich gemacht“

von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN am 10. Oktober 2015

Die Grünen in Rheinland Pfalz (RLP) feiern am 10. Oktober 2015 vier Jahre einer aus ihrer Sicht erfolgreichen Energiewende. Wir widersprechen dieser Fiktion nachdrücklich:

Energiewende Erfolgreich Gemacht?   -   Nein! Energiewende Erkennbar Gescheitert !

Begründet wird die landespolitische Entscheidung zur „Energiewende“ durch die Sorge um die weltweite Klimaerwärmung, die v.a. durch immer höheren CO2 Ausstoß bedingt sein soll. Nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima wurde der bereits geplante Atomausstieg zum essentiellen Bestandteil der deutschen „Energiewende“- Politik.

Die Aktivitäten der rheinland-pfälzischen Landesregierung zur Umsetzung der Energiewende bestanden vor allem im Ausbau von subventionsgeförderten Photovoltaikanlagen und von Windindustrieanlagen zur Stromerzeugung mit immer höheren „Nennleistungen", die aber nicht den real „verfügbaren“ Leistungen entsprechen, sondern erheblich darunter liegen.

Der Anteil von Strom am gesamten benötigten Energiemix beträgt nur ca. 20 Prozent. Wir sprechen in RLP also nicht von einer „Energiewende“, sondern nur von einer „Stromwende“. Die Anzahl der errichteten Windkraftanlagen und deren theoretische Nennwertleistungen werden hierzulande jedoch als Erfolg proklamiert. Aber in Wahrheit liegt der Anteil von Strom aus Windkraft bei nicht einmal zwei Prozent der Gesamtenergiegewinnung.

Und dafür wurden in den letzten Jahren viele ländliche Regionen in „Wind-Industriezonen“ umgewandelt. Großflächig wurden wertvolle Landschafts- und Erholungsräume durch die Errichtung von Windindustrieanlagen zerstört und sollen nach dem Willen der rot-grünen Landesregierung auch noch weiter zerstört werden. Alle Last für diese unverantwortliche und zum Scheitern verurteilte Energiepolitik tragen die ländlichen Regionen. Deren Bevölkerung wird ihrer Lebensqualität beraubt. Die vielpropagierte Bürgerbeteiligung findet nicht einmal ansatzweise statt und wird daher als Farce empfunden.

Solange es keine ausreichend effizienten Speichermöglichkeiten für die von Wind und Wetter abhängige unzuverlässige Stromerzeugung gibt, müssen weiterhin „Schattenkraftwerke“ für eine grundlastfähige Stromversorgung bereitstehen. Aus Kostengründen werden aber den besonders effizienten und flexiblen Gaskraftwerken Kohlekraftwerke vorgezogen, die den CO2 Ausstoß zusätzlich erhöhen. Wird an Starkwindtagen zu viel Strom produziert, droht das Netz zu kollabieren und wir müssen die Abgabe von Stromübermengen an das Ausland teuer bezahlen. Sieht so wirksamer Klimaschutz aus? Wir sagen eindeutig nein.

Bis 2030 will die Landesregierung weitere Wälder (unsere wichtigsten CO2-Speicher!) und Grünlandschaften für den Bau von zusätzlichen 1000 Windindustrieanlagen großflächig zerstören, mit viel zu niedrigen Abständen zu Siedlungen und somit zu den Menschen. Dabei wollen die rheinland-pfälzischen Regierungspolitiker die Gefährdung des lebenswichtigen Trinkwassers sowie gesundheitsschädlichen Lärm, allnächtliche Blinklichter, Schattenwurf und insgesamt den durch Windräder verursachten Verlust von Erholungs- und Lebensraum für Mensch und Natur billigend in Kauf nehmen.

Das Land wird zunehmend zur Ressource für die Energieversorgung von Städten degradiert.  Widerspricht das nicht dem Grundgesetz? Die Zustimmung der örtlichen Entscheider bewirkt Rot-Grün durch in Aussicht gestellte Einnahmequellen für die finanziell notorisch klammen Kommunen. Aber wer wird dafür bezahlen? Der Stromkunde und Steuerzahler, wir alle.

Die von Windindustrieanlagen verschandelten ländlichen Regionen, in deren Ortschaften die Immobilienwerte dramatisch fallen und die mobilen Bevölkerungsteile das Weite bzw. ihr Heil in städtischen Ballungsräumen suchen, bluten zunehmend aus. Schon sprechen poltische Vordenker wie Professor Klaus Töpfer (CDU) von „regenerativen Sondergebieten“ in solchen von zunehmendem Bevölkerungsschwund betroffenen Landstrichen.

Nochmals: Dies alles geschieht zugunsten der Gewinnung eines lediglich zweiprozentigen Anteils der in Deutschland tagtäglich benötigten Energie!

Fazit: Stromwende Erkennbar Gescheitert !

Für eine wirkliche „Energiewende“ müsste man außer der Stromerzeugung auch die Energiebereiche „Heizung“ und „Verkehr“ beachten. Bei diesen gäbe es durch intelligente Bauweisen und individuell angepasste Heizsysteme (Stichwort: Kraft-Wärmekopplung) sowie auch durch optimierte Verkehrsflüsse und sinnvolle Alternativen zum Individualverkehr diverse Möglichkeiten, den Verbrauch durch Einsparen und verbesserte Effizienz zu senken. So könnte man tatsächlich CO2 reduzieren, was aber mit dem Ausbau der Windkraft unter Beibehaltung von konventionellen Kraftwerken bisher nicht funktioniert.

Statt wertvolle Natur- und Kulturlandschaften als Lebensräume für Mensch und Natur zu erhalten, wird durch die fehlgesteuerte Energiepolitik in Rheinland-Pfalz genau Dasjenige zerstört, was die Grünen-Politiker zu schützen behaupten. Eklatantestes Beispiel für diese Entgleisung ist die Freigabe der Wälder und FFH-Naturschutzgebiete für den Bau von Windindustrieanlagen.

Diese Energiewende unserer rot-grünen Landesregierung erhält daher von uns Bürgern
das Prädikat: Absolut ungenügend !

Uwe Anhäuser

1. Vorsitzender des Bündnisses Energiewende für Mensch und Natur e. V.

 

  

 

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