Die Akzeptanz der Energiewende ist nur noch dort vorhanden,
wo das Wissen um ihre Auswirkungen fehlt!

Demonstration in Mainz

Erklärung des Bündnisses

zur Tagung „Energiewende erfolgreich gemacht“

von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN am 10. Oktober 2015

Die Grünen in Rheinland Pfalz (RLP) feiern am 10. Oktober 2015 vier Jahre einer aus ihrer Sicht erfolgreichen Energiewende. Wir widersprechen dieser Fiktion nachdrücklich:

Energiewende Erfolgreich Gemacht?   -   Nein! Energiewende Erkennbar Gescheitert !

Begründet wird die landespolitische Entscheidung zur „Energiewende“ durch die Sorge um die weltweite Klimaerwärmung, die v.a. durch immer höheren CO2 Ausstoß bedingt sein soll. Nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima wurde der bereits geplante Atomausstieg zum essentiellen Bestandteil der deutschen „Energiewende“- Politik.

Die Aktivitäten der rheinland-pfälzischen Landesregierung zur Umsetzung der Energiewende bestanden vor allem im Ausbau von subventionsgeförderten Photovoltaikanlagen und von Windindustrieanlagen zur Stromerzeugung mit immer höheren „Nennleistungen", die aber nicht den real „verfügbaren“ Leistungen entsprechen, sondern erheblich darunter liegen.

Der Anteil von Strom am gesamten benötigten Energiemix beträgt nur ca. 20 Prozent. Wir sprechen in RLP also nicht von einer „Energiewende“, sondern nur von einer „Stromwende“. Die Anzahl der errichteten Windkraftanlagen und deren theoretische Nennwertleistungen werden hierzulande jedoch als Erfolg proklamiert. Aber in Wahrheit liegt der Anteil von Strom aus Windkraft bei nicht einmal zwei Prozent der Gesamtenergiegewinnung.

Und dafür wurden in den letzten Jahren viele ländliche Regionen in „Wind-Industriezonen“ umgewandelt. Großflächig wurden wertvolle Landschafts- und Erholungsräume durch die Errichtung von Windindustrieanlagen zerstört und sollen nach dem Willen der rot-grünen Landesregierung auch noch weiter zerstört werden. Alle Last für diese unverantwortliche und zum Scheitern verurteilte Energiepolitik tragen die ländlichen Regionen. Deren Bevölkerung wird ihrer Lebensqualität beraubt. Die vielpropagierte Bürgerbeteiligung findet nicht einmal ansatzweise statt und wird daher als Farce empfunden.

Weiterlesen: 10.10.2015 - Demonstration Mainz - Energiewende erkennbar-gescheitert

Das Biosphärenreservat Bliesgau muss wieder Windenergieausschlussgebiet werden!

In einem gemeinsamen Schreiben von fünf Initiativen aus dem Biosphärenreservat Bliesgau,    darunter die BI Böckweiler „Windkraftfreie Biosphäre“, wird die saarländische Landesregierung aufgefordert, den Bliesgau wieder als Ausschlussgebiet für die industrielle Windenergienutzung zu erklären und dafür Sorge zu tragen, dass der Bliesgau als wertvolle Naturregion bewahrt wird. 

Zwei der Bliesgau-Initiativen kämpften ursprünglich nur gegen einen industriell betriebenen Kalktagebau, gegen dessen Erweiterung und den auf den Tagebau zurückgehenden Schwerlastverkehr. Die übrigen Initiativen hatten anfänglich vor allem die im Bliesgau geplanten Großwindanlagen im Fokus. Mit der Zeit kristallisierte sich im gegenseitigen Austausch immer deutlicher heraus, dass es alle Initiativen letztlich mit einer gemeinsamen Problematik zu tun haben: 

Sie wenden sich gegen nicht natur- und kulturraumverträgliche Industrieanlagen bzw. Großprojekte, die über die Köpfe der unmittelbar betroffenen Menschen hinweg beschlossen wurden. Die Bevölkerung vor Ort wurde und wird in die entsprechenden politischen Entscheidungsprozesse nicht angemessen eingebunden – negative Konsequenzen für Mensch und Natur wurden und werden nicht ausreichend berücksichtigt.

Wenn man bedenkt, dass die UNESCO die „harmonische Entwicklung von Mensch und Natur“ als das zentrale Ziel von Biosphärenreservaten herausstreicht, so wird dieses Ziel im Biosphärenreservat Bliesgau derzeit verfehlt. Darüber können auch teure Prestigeprojekte an anderer Stelle nicht hinwegtäuschen.

Für diese negativen Entwicklungen im Bliesgau gibt es verschiedene Ursachen. Im Hinblick auf den geplanten Ausbau der Windenergie, ist vor allem die 2011 unter Federführung von Frau Dr. Simone Peter erfolgte Novellierung des Landesentwicklungsplans (LEP) Umwelt verantwortlich zu machen.

Bis zu dieser Änderung des LEP Umwelt war der Bliesgau aus gutem Grund als Ausschlussgebiet für die industrielle Windenergienutzung definiert. Auch der NABU hat den Bliesgau als IBA-Gebiet (Important Bird Area), also als faktisches Vogelschutzgebiet, als einer der beiden saarländischen Kernverbreitungsräume des Rotmilans und als Region mit einer hohen Greifvogeldichte zum Taburaum für Windenergieanlagen erklärt.

Sinnvolle Klimaschutzmaßnahmen sind in diesem Biosphärenreservat auch ohne die Windenergie möglich, wie das Taurus-Institut der Universität Trier bereits 2007 in seinem Integrierten ländlichen Entwicklungskonzept für die Region Bliesgau aufgezeigt hat. Der NABU-Landesverband hat ebenfalls auf natur- und kulturraumverträglichere Alternativen verwiesen.

Die sich derzeit in Rheinland-Pfalz abzeichnende Entwicklung, dass der Pfälzerwald – ebenso wie der französische Teil des grenzüberschreitenden Biosphärenreservats Pfälzerwald-Vosges du Nord – wahrscheinlich windenergiefrei bleiben wird, eröffnet auch dem Biosphärenreservat Bliesgau, das im Südosten an das rheinland-pfälzisch/französische Reservat angrenzt, eine große Chance:

Beide Biosphärenreservate könnten in energiepolitischer Hinsicht miteinander kooperieren.  Da die UNESCO sowohl in den Internationalen Leitlinien für das Weltnetz der Biosphärenreservate als auch in der Sevilla-Strategie ausdrücklich betont, dass eine Zusammenarbeit von Biosphärenreservaten anzustreben ist, könnten sich infolge eines gemeinsamen Bemühens um nachhaltige Klimaschutzmaßnahmen jenseits der industriellen Windenergienutzung zahlreiche positive Synergieeffekte einstellen. Dies käme auch der „Bewahrung von Eigenart, Vielfalt und Schönheit des Landschaftsbildes“ sowie dem „Erhalt unzerschnittener Landschaftsräume“ zugute,   die im Nationalen Kriterienkatalog der UNESCO als Merkmale einer nachhaltigen Entwicklung von Biosphärenreservaten aufgeführt werden.

Sollte die saarländische Landesregierung bei ihrer Haltung bleiben und in ihrem Reservat  die Errichtung von Großwindanlagen zulassen, dann könnte dem Bliesgau die Aberkennung des Biosphärenstatus drohen. Auch in Rheinland-Pfalz wurde der Pfälzerwald von der dortigen Landesregierung für den Ausbau der Windenergie geöffnet. Erst als die UNESCO bzw. das MAB-Nationalkomitee erheblichen Druck aufbaute und mit der Aberkennung des Biosphärenstatus drohte, lenkten die verantwortlichen Ministerien ein. Diese Entwicklung sollte  der saarländischen Landesregierung ein mahnendes Beispiel sein und sie sollte den Bliesgau wieder zum Ausschlussgebiet für die Windenergienutzung erklären.

Bürgerinitiative Böckweiler „Windkraftfreie Biosphäre“

Hier die Resolution: BliesgauResolution

Hier die Pressemitteilung:

Pressemitteilung von fünf Initiativen aus dem Biosphärenreservat Bliesgau:   

  • Bürgerinitiative Böckweiler „Windkraftfreie Biosphäre“
  • Interessengemeinschaft Biosphäre
  • Bürgerinitiatve Bliesmenger-Gegenwind
  • Interessengemeinschaft Erfweiler-Ehlingen gegen Schwerlastverkehr
  • Bürgerinitiative gegen den Tagebau im Bliesgau

 (Blieskastel, 26.02.2015)

Fünf Initiativen fordern: Biosphärenreservat Bliesgau muss Ausschlussgebiet für Windenergie werden!

Im Bliesgau kämpfenfünf Bürgerinitiativen und Interessengemeinschaften gemeinsam gegen die industrielle Windenergienutzung und gegen weitere naturzerstörende und Menschen schädigende Großprojekte, wie z.B. den Kalktagebau bei Rubenheim/Wolfersheim und den damit zusammenhängenden Schwerlastverkehr.  

Zu diesem Zweck haben sich fünf Initiativen zusammengeschlossen, eine gemeinsame Resolution verfasst und diese der Landesregierung zukommen lassen.

Zentrale Forderung der Resolution ist die Ausweisung des Biosphärenreservats Bliesgau als Ausschlussgebiet für Großwindanlagen, welche eine große Gefährdung dieser einzigartigen Naturregion und Kulturlandschaft darstellen. Aus diesem Grund war der Bliesgau bis zur 2011 – unter Federführung der damaligen Umweltministerin Frau Dr. Simone Peter – erfolgten Novellierung des Landesentwicklungsplans Umwelt ein Taburaum für die Windenergienutzung.

Diese Industrietechnologie ist hier weder mit den Belangen des Natur- und Artenschutzes noch mit denen des Landschaftsschutzes vereinbar. Im windschwachen Bliesgau sind Windenergieanlagen ohnehin nicht wirtschaftlich zu betreiben und sie sind kontraproduktiv für den zunehmend erstarkenden Naturtourismus. 

Zudem steht der Biosphärenstatus auf dem Spiel, wie die jüngste Entwicklung im Biosphärenreservat Pfälzerwald zeigt. Dort musste die rheinland-pfälzische Landesregierung auf Druck der UNESCO hin reagieren, da diese mit der Aberkennung des Biosphärenstatus drohte, sollten im Pfälzerwald tatsächlich Windenergieanlagen errichtet werden. Als Konsequenz wird der Pfälzerwald nun aller Voraussicht nach windkraftfrei bleiben.

Die saarländische Landesregierung wird mit dieser gemeinsamen Resolution der fünf Initiativen aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, dass das Biosphärenreservat Bliesgau als Ausschlussgebiet für die industrielle Windenergienutzung definiert, eine Erweiterung des Steinbruchs in Rubenheim verhindert und der Bliesgau als wertvolle Naturregion bewahrt wird.

i.A. Kerstin Moschel-Haenle (Bürgerinitiative Böckweiler „Windkraftfreie Biosphäre“)

i.A. Roswitha Feld (Interessengemeinschaft Biosphäre)

i.A. Beate Loschky (Bürgerinitiative Bliesmenger-Gegenwind)

i.A. Manfred Adolph (Interessengemeinschaft Erfweiler-Ehlingen gegen Schwerlastverkehr)

i.A. Axel Kammerer (Bürgerinitiative gegen den Tagebau im Bliesgau)

 

PRESSEMITTEILUNG                                                                                        

                                                                    

Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen soll windindustriefrei bleiben

 

Das Bündnis Energiewende für Mensch und Natur e.V. begrüßt die unter erheblichem Druck durch das MAB-Nationalkomitee der UNESCO nun endlich zustande gekommene Entscheidung des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums für einen Verzicht auf Windindustrieanlagen auf den landeseigenen Flächen im zentralen Teil des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen.

Wir freuen uns über die einstweilige Möglichkeit der Rettung des Pfälzerwalds vor dem in Rheinland-Pfalz noch immer wider alle ökonomische und ökologische Vernunft vorangetriebenen weiteren Ausbau der Windindustrie. Zugleich danken wir unseren unermüdlichen Mitstreitern der Initiative Pro Pfälzerwald und erweisen auch dem Bezirkstag Pfalz unter dem Vorsitzenden Theo Wieder großen Respekt für seine unbeugsame Haltung.

In dem jahrelang andauernden Gezerre um die mögliche Ausweisung von angeblich zur Errichtung riesiger Rotortürme geeigneter Flächen sprachen sich vor allem der Landauer Oberbürgermeister Hans-Dieter Schlimmer (SPD), Torsten Blank (SPD, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Landau-Land) und Kurt Wagenführer (CDU, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Annweiler) immer wieder mit Nachdruck für die Errichtung von naturzerstörenden Windkraftanlagen im Pfälzer Wald aus. Vielen ebenso bedenkenlosen Ortsbürgermeistern und Gemeinderäten stand der Mainzer Staatssekretär Dr. Thomas Griese (Bündnis90 / Die Grünen) geradezu inspirierend zur Seite.

Noch in ihrer "Landauer Erklärung" vom 25. November 2014 hatten die Kommunalpolitiker betont: "Die Verbandsgemeinden Annweiler, Hauenstein und Landau-Land, der Landkreis Südliche Weinstraße sowie die Stadt Landau in der Pfalz sehen sich in der Verpflichtung, Windkraft im Pfälzerwald zuzulassen und leisten damit ihren Beitrag zur dezentralen Energieversorgung aus regenerativen Energieträgern."

Weiter heißt es in demselben Text: "Wir wollen beispielhaft demonstrieren, dass der Mensch durch Nutzung moderner Umwelttechnik im Einklang mit der Natur leben kann. Der UNESCO-Status des deutschfranzösischen Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen bleibt durch die Errichtung von Windkraftanlagen aufrecht erhalten."

Dieser Gedankengang bietet ein schulbuchreifes Exempel für jene Wahrnehmungsstörungen, die überall auftreten, wo wohlmeinende Kommunalpolitiker eine solide Finanzausstattung ihrer Gemeinden als Garantie fürs ganze Gemeinwohl betrachten. Für sie zählt hauptsächlich nur Geld; die Lebensqualität für Mensch und Tier sowie den Natur- und Landschaftsschutz halten sie für nachrangig.

Erst nachdem Dr. Christiane Paulus als Vorsitzende des UNESCO-Nationalkomitees den infolge der Windindustriepläne gefährdeten Status des Pfälzerwalds als Biosphärenreservat ausdrücklich in Frage gestellt hatte, sah sich Umweltministerin Ulrike Höfken zum Einlenken gezwungen. Selbst die von ihrem Staatssekretär als möglicher Windindustriestandort postulierte Konversionsfläche auf dem Langer Kopf kommt nun urplötzlich nach Höfkens Ansicht "aus Gründen der Flugsicherung" nicht mehr in Frage. Ein "Sieg der Vernunft" hört sich anders an.

Zwar äußerte die Ministerin die Meinung, dass die Unterzeichner der "Landauer Erklärung" nun ihre Windindustriepläne nicht weiter verfolgen sollten, doch schränkte sie sogleich wieder ein, die Entwicklungszone außerhalb der zusammenhängenden Waldgebiete sowie das vorbelastete Gebiet entlang der A6 seien "anders zu betrachten“. Dies scheint im Klartext zu bedeuten, dass sie in der nördlichen Region des Pfälzerwalds nach wie vor potenzielle Standorte für Windindustrieanlagen zu erschließen hofft.

Gemeinsam mit der Initiative Pro Pfälzerwald fordert unser Bündnis Energiewende für Mensch und Natur e.V. mit aller Entschiedenheit, das grenzüberschreitende Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen in seiner Gesamtheit von Windindustrieanlagen frei zu halten und dies vor allem rechtlich klar zu regeln sowie eine Änderung des LEP IV herbeizuführen.

 

Uwe Anhäuser

1. Vorsitzender Bündnis Energiewende für Mensch und Natur e.V.

 

Erklärung des Bündnisses

zur Landesdelegiertenversammlung Bündnis 90/Die Grünen in Bingen, am 20.6.2015

Rote Karte für die Grünen! Diese Energiepolitik führt in die ökonomische und ökologische Sackgasse.

Schluss mit den grünen Märchen!

Zum wiederholten Male äußern wir Vertreter von rheinland-pfälzischen Bürgerinitiativen unseren großen Unmut über die von Ihnen zu verantwortende politisch, sozial, ökologisch und ökonomisch fehlgeleitete Energiewende in Rheinland-Pfalz.

Sie ignorieren weiter die vielfältigen Fehlsteuerungsimpulse durch das LEP IV, die Forderung nach einem Masterplan für eine ganzheitlich, realistisch machbare Energiewende, die massive Landschafts- und Naturzerstörung durch Missbrauch der Planungsrechte auf kommunaler Ebene sowie die verstärkt erlebbare Verletzung von Bürgerinteressen in den ländlichen Regionen.

Noch vor drei Jahren (bei der ersten Kundgebung in Lahnstein) waren viele enttäuschte ehemalige Grüne-Wähler dabei, die noch immer auf einen „Sinneswandel“ bei den Grünen/Bündnis 90 hofften. Heute haben sich diese, ihre Wähler, für immer von Ihnen abgewendet.

Ihr ureigenes Thema: der Natur- und Artenschutz ist unter die Räder gekommen. Die Ausweisung eines Nationalparks mag Ihnen als Vorzeigeobjekt genügen. Uns nicht, denn es gibt für viele wertvolle Landschaften und Wälder – auch unmittelbar am Rande des Nationalparks – keinen ausreichenden Schutz. Der Nationalpark als „Insel des Naturschutzes“ ist bei all der voranschreitenden Natur- und Artenzerstörung hierbei nur ein Tropfen auf den heißen Stein und entlarvt Ihre wahren Absichten: Großräumige Zerstörung unserer Landschaften und unserer Natur und Reduzierung des Naturschutzes auf wenige „Inseln“.

Sie, liebe Grüne, haben sich zum reinen Windkraftlobbyverein gewandelt und betreiben in Allianz mit den Gemeinden eine Natur- und Landschaftszerstörung von ungeahnten Ausmaßen. Auf einmal sind die lange erkämpften Natura2000-, FFH- und Vogelschutzgebiete nichts mehr wert, der Wald als Klimaregulator, Wasserspeicher, Rückzugs-und Erholungsort ist jetzt ein idealer Industriestandort für Windgeneratoren. Die Kommunen überplanen weiter ihre Flächen mit Vorranggebieten, so dass überhaupt nicht mehr von einer Steuerung die Rede sein kann. Windkraftplaner bezahlen nach wie vor ihre Gutachter. Und wir alle wissen: „Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing“. Vereinfachte Genehmigungsverfahren ohne UVP und ohne Einbezug der Naturschutzverbände sind an der Tagesordnung. Die Vorverträge wurden in den Hinterzimmern der Räte geschlossen. Informationen werden den Bürgern weiterhin verweigert. Alles ist schon beschlossene Sache, bevor die Bevölkerung etwas erfährt. Die Pachteinnahmen werden von Ihnen zur fiskalischen Steuerung missbraucht. Die Gemeinden wollen das Geld und da ist zumindest schon eine Tarnung offengelegt: Es geht nicht mehr um Klimaschutz! Es geht NUR noch um Geld!

Zerstörte Horste, Fällarbeiten von Horstbäumen, vertriebene, vergiftete Milane, vorab ausgebaute Waldwege. Mittlerweile wissen wir, dass dies die sicheren Vorboten einer weiter vorangetriebenen Windkraftplanung sind. Das ist das traurige Gesicht Ihrer so wohlgemeinten grünen Energie. Ist den Grünen eigentlich bewusst, wie sehr sie mit dieser Haltung und mit der Freigabe von Flora-Fauna-Habitaten die grüne Wertebasis und ihre (bisherigen) Wähler verraten? Im Wahlprogramm der letzten Landtagswahl warben die Grünen noch dafür "einzige Stimme" für den Natur- und Artenschutz zu sein. Und heute setzen Sie sich über den anhaltenden Sturm der Entrüstung vieler Bürger und Bürgerinitiativen sowie Naturschutzverbände über die Aufhebung der Schutzfunktionen für Natura2000-Gebiete, FFH-Gebiete, Wasserschutzgebiete, Naturparke, Biosphären-reservate (inklusive Pflege- und Entwicklungszonen), strukturreiche Wälder, ausreichende Schutzradien für geschützte Vogelarten, etc. einfach hinweg. Die damit einhergehenden Verteidigungen und Rechtfertigungen Ihrerseits verstärken den anhaltenden Vertrauensverlust in die Grünen nochmals mehr.

Und immer wieder kommt aus den grünen Ministerien: „Größter Ausdruck von Demokratie ist die Verlagerung der Planungshoheit auf kommunale Ebene. Die Bürgermeister wissen am besten, was zu tun ist. Das LEP IV hat ausreichend Ausschlussflächen definiert.“ NEIN!

Es findet in vielen Regionen keine Steuerung mehr statt. Es gibt keine Ausschlussflächen! Ihre Argumentation entlarvt sich immer weiter als die größte Fehlsteuerung und Wertevernichtung, die sie durch ihre grünen Ministerien vorantreiben.

Bürgerbeteiligung durch umfassende Information und Bürgerbefragungen sind eine Farce. Ausreichender Natur- und Menschenschutz sind ebenfalls eine Farce. Die Wahrheit lässt sich auf Dauer nicht umdeuten!
Politikerinnen und Politiker sind die gewählten Vertreter des Volkes. Sie sind verpflichtet Schaden von der Bevölkerung und der Natur fernzuhalten. Sollten gewisse unvermeidbare Eingriffe doch Beeinträchtigungen oder Schäden für Mensch, Natur und Landschaft mit sich bringen, so sind diese so gering wie möglich zu halten. Dies ist besonders unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit zwingend notwendig. Monetäre Interessen dürfen hier keinen Vorrang haben.

Sie nehmen Ihre Fürsorgepflicht insbesondere für Bürgerinnen und Bürger in den ländlichen Regionen für uns nicht mehr wahr.

Das Ziel der Landesregierung bis 2030 theoretisch unseren Strombedarf aus regenerativen Energien decken zu wollen ist reine Willkür der Landesregierung und wird von Ihnen menschen- und naturmissachtend durchgeboxt! Ziele, die lediglich dazu dienen, sich als Klassenbester auf die eigene Schulter zu klopfen, tragen wir Bürger nicht mit!

So schaffen Sie keine Akzeptanz und Nachhaltigkeit!

So wird die (Energie-) Stromwende als Subventionswende scheitern!

Das Ergebnis über die Ertragssituation der erneuerbaren Energien 2014 ist niederschmetternd und lässt keinen anderen Schluss als den des Scheiterns zu. Die nahezu 25.000 Windkraftanlagen in Deutschland lieferten 2014 nur 16.6% Strom ihrer installierten  Nennleistung. Gänzlich ausgeblendet wird die Unzuverlässigkeit des Windes. Der Industriestandort Deutschland benötigt auch Strom, wenn der Wind nicht weht oder die Sonne nicht scheint. Wir werden mit dieser Technologie nie auf herkömmliche Kraftwerke verzichten können und Speicher mit ausreichender Kapazität sind noch lange nicht in Sicht. Statt mit der EEG Umlage von rund 23 Milliarden € einseitige Industriesubvention zu betreiben, sollte das Geld besser in unsere Hochschulen zur Forschungen auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien fließen.

Aktuell deckt die Windenergie in Deutschland 1,8 % des Gesamtenergiebedarfs. Der große Block, 84% fossiler Brennstoffe, ist mit dieser Technologie nicht abzulösen.

Eine schamlose grüne Propaganda, gaukelt dem Bürger vor: „Wir sind auf gutem Weg, wir schaffen die Energiewende“. Nein, wir schaffen sie so nicht. So wird sie scheitern!

Unausgereifte Windkraft-Technik an Standorten mit fragwürdigem Windertrag. Die technischen Ausfälle (Material, Motoren etc.) nehmen drastisch zu und fördern Insolvenzen bei den Windkraftbetreibern, denn deren „Gewinnprognosen“ sind in der Regel mit heißer Nadel gestrickt. Wer haftet, wer zahlt, wenn Betreiberfirmen insolvent werden und Anlagen rückgebaut werden müssen – wie schon im Hunsrück mehrmals geschehen? Die Kommunen – und damit wieder einmal wir als Steuerzahler? Statt dermaßen zwanghaft auf Windkraft zu setzen mit einer nicht ausgereiften Technik ist es Ihre politische Aufgabe, die Entwicklung anderer Möglichkeiten der Energieerzeugung mit kluger Überlegung und verantwortungsvollem Engagement voranzutreiben. Immer wieder versuchen Sie diese Verantwortung auf die Bürgerinitiativen zu verschieben. Nein, diese politische Aufgabe obliegt Ihnen.

Der Mensch ist auch eine Art, die nur im Artenreichtum überleben kann und die geschützt werden muss. Mindestabstände von gerade mal 500 – 1000 Meter reichen dafür nicht aus. Die nicht ausreichenden Abstände zu den Wohngebieten erfüllen in unseren Augen die Kriterien von Körperverletzung.

Wir fordern Sie auf, die aktuellen Mindestabstände mindestens auf Sicherheitsabstände von „10 x Höhe der Windkraftanlagen„ zu korrigieren.

Die Aussage: „wenn das eingehalten würde, dann hätten wir doch so gut wie keine Windkraftanlagen in Rheinland-Pfalz“, spricht Bände. Verächtlicher geht es nicht, denn das bedeutet, dass die Gesundheit von Menschen, die Bedürfnisse der Menschen nach intakter Umwelt und einem gerechten sozialen Miteinander als nachrangig angesehen werden in dieser verblendeten Verfolgung der Energiewende mit dem lächerlichen Titel „Rheinland-Pfalz rettet das Weltklima“.

Was berechtigter Wille der Bürger in den ländlichen Regionen ist, dürfte auch Ihnen inzwischen klar geworden sein. Ihre Aufgabe ist es, im Sinne der Bürger zu handeln. Dafür sind Sie gewählt.

Ihr Mandat gibt Ihnen nicht das Recht, Ihre absurde Ideologie „Klimaschutz durch Naturzerstörung“ mit aller Macht und auf Kosten der Menschen und Natur umzusetzen. Genau das geschieht aber in vielen Teilen von Rheinland-Pfalz. Der Hunsrück ist ein Paradebeispiel für diese Ideologie.

Rechnen Sie damit: Wir wehren uns weiterhin gegen die Zerstörung unserer Lebensräume!

Wir fordern ein Moratorium für den Windkraftausbau in Rheinland-Pfalz, bis die seit langem überfälligen, erforderlichen Korrekturen auf den Weg gebracht wurden.

Solange diese Missstände nicht behoben sind, darf kein einziges Windrad mehr gebaut werden!

Wir zeigen Ihnen für Ihre menschen- und naturmissachtende Politik die Rote Karte!

Uwe Anhäuser, 1. Vorsitzende

Weitere Informationen finden sie auf dieser Seite unter "Aktuelles - 20.06.2015 BI fordern Ausbaustopp" 

Weitere Bilder finden Sie in der Bildergalerie "Demo Bingen"

Ein Zusammenschnitt der Veranstaltung finden Sie unter folgendem Link: https://www.youtube.com/watch?v=XSdKL6fD6xQ&spfreload=10

 

 

Bündnis Energiewende für Mensch & Natur

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