Die Akzeptanz der Energiewende ist nur noch dort vorhanden,
wo das Wissen um ihre Auswirkungen fehlt!

Paderborn

 

26. Mai 2015 - Das Bündnis reagiert auf die Desinformationskampagne des Mainzer Wirtschafts- und Energieministeriums der letzten beiden Wochen

Pressemitteilung: Wie viele Windräder verträgt unser Land?

In mehreren rheinland-pfälzischen Tageszeitungen (einige Links hierzu haben wir nachstehend beigefügt) sowie auch durch die SWR-Landesschau ließ das Mainzer Energieministerium vor zehn Tagen eine erneute Desinformationskampagne verbreiten: Eine Umfrage unter 1000 wahlberechtigten Bürgern ergab demnach eine Zustimmung von 85 Prozent für den Ausbau der Windenergienutzung. Doch die absichtlich ungenaue Formulierung der Fragen ließ keinen Spielraum für ein anderes als das vorweg erwünschte Umfrageergebnis.

Es war eine weitere oberflächliche und tendenziöse Umfrage, die sich in die von der Landesregierung in Auftrag gegebenen politisch motivierten Gutachten, Studien und Umfragen einreiht. Und dies, damit sich Frau Ministerin Lemke laut eigenem Bekunden „durch die Menschen in Rheinland-Pfalz gestärkt und unterstützt“ fühle (wörtl. Zitat).

Die Umfrage entspricht in keiner Weise den methodischen Grundsätzen einer seriösen Befragung und ist mit lediglich 1 000 Befragten von insgesamt drei Millionen Wahlberechtigten weit weg von einer statistisch ernst zu nehmenden repräsentativen Erhebung. Die Kosten dieser aus Steuergeldern bezahlten Umfrage betrugen 38 000 Euro, also 38 Euro je befragter Person.

Ganz anders als Ministerin Lemke bewertet die CDU-Opposition in Mainz die Haltung der Bürger zur Windkraft im Land. Ihr Parlamentarischer Landesgeschäftsführer Hans-Josef Bracht, der aus dem Hunsrück kommt, schätzt die Lage sehr realistisch ein, wenn er von "hohem Frust vor Ort" spricht, wie einem Artikel der AZ vom 23. Mai zu entnehmen war. Dieser Frust und die Widerstände der Bürger werden sich weiter erhöhen, sollten die Planungsgemeinschaften an ihren regionalen Raumordnungsplänen und den zusätzlichen Vorranggebieten für Windkraft weiter festhalten – allen ablehnenden Stellungnahmen von Kommunen, Verbandsgemeinden und Bürgern zum Trotz.

Zugleich erheben die führenden Landespolitiker von Lemkes Grünen-Partei die so vollmundige wie irrsinnige Forderung nach 1 000 zusätzlichen Windrädern für Rheinland-Pfalz. Und wieder verschweigen sie absichtsvoll, dass der Anteil der gesamten aus Windkraft erzeugten Strommenge gerade einmal lächerlich geringe 1,2 Prozent des Gesamtenergiebedarfs in Deutschland beträgt. Bei diesem sowohl bilanziell als auch faktisch nutzlosen Ertrag benötigen wir kein einziges weiteres Windrad mehr! Denn gleichzeitig (damit die Energieversorgung nicht zusammenbricht) steigt die Stromerzeugung z.B. durch Kohlekraftwerke in ganz erheblichem Ausmaß weiter an.

Völlig den Boden der Realität verlassen hat die rot-grüne Landesregierung mit ihrem propagierten Ziel, bis 2030 solle aller im Land verbrauchte Strom zu 100 Prozent „Ökostrom“ sein. Damit wird den Bürgern einmal mehr vorgetäuscht, die Energiewende käme tatsächlich voran. Doch die sogenannten „Erneuerbaren Energien“, ganz gleich wie stark sie ausgebaut werden, können aus rein physikalischen Gründen niemals mehr als nur wenige Prozent Anteil an der Stromversorgung erreichen. Selbst der Begriff „Erneuerbare Energien“ ist eine Lüge, denn jegliche Form von Energie lässt sich nur umwandeln, doch niemals erneuern. Aber diese physikalische Gesetzmäßigkeit wird von den EE-Befürwortern geflissentlich ignoriert.

Das zentrale Problem einer Umstellung der deutschen Energiewirtschaft auf die generelle Versorgung durch Wind- und Solarstrom ist neben dessen Grundlastunfähigkeit das völlige Fehlen ausreichender Speicherkapazitäten. Doch Dr. Bernhard Braun, der energiepolitische Sprecher der grünen Landtagsfraktion, behauptet mit unglaublicher Chuzpe, eine Lösung dieser Frage sei bereits im vollen Gange. Dem widerspricht Dr. Karl Eugen Huthmacher, Abteilungsleiter Zukunftsvorsorge im Bundesministerium für Bildung und Forschung: „Die eine Speichertechnologie gibt es nicht, doch der Wirtschaftsstandort Deutschland braucht ein verlässliches Energiespeichersystem. Es gibt bereits einige Forschungsansätze, die vielversprechend sind.“ Welch eine Ernüchterung: “Vielversprechende Ansätze” als einziges Forschungsresümee im Mai 2015!

Schon bald wird sich alles Schönreden und Vorspiegeln angeblicher Erfolge der vermeintlichen „Energiewende“ als „grüne“ Scharlatanerie entlarven. Denn schon heute ziehen erste Konzerne und mittelständische Industriebetriebe notwendige Konsequenzen und beginnen ihre Standorte ins Ausland zu verlagern. Deutschlands De-Industrialisierung läuft bereits an. Zugleich sollen aber in Tschechien vier neue Kernkraftwerke gebaut werden, durch deren Stromlieferungen (zusammen mit denjenigen aus polnischen, belgischen und französischen Atommeilern) die deutsche „Energiewende“ überhaupt erst fortgeführt werden kann.

Das Bündnis Energiewende für Mensch und Natur e.V. (43 Bürgerinitiativen in Rheinland-Pfalz und Saarland) fragt, wie lange sich die  Bürger noch von der technisch unvernünftigen, sozial wie wirtschaftlich unverantwortlichen und ökologisch katastrophalen Energiewendepolitik der jetzigen rot-grünen Landesregierung an der Nase herumführen lassen wollen. Wenn sich aus ursprünglich grünen Idealen eine politische Ideologie formt, dann wird Widerstand zur Pflicht eines jeden aufgeklärten Bürgers. Nächstes Jahr ist Landtagswahl!

 

Uwe Anhäuser

Vorsitzender Bündnis Energiewende für Mensch und Natur e.V.

 

Die Pressemitteilung ist als pdf verfügbar: PM Bündnis 27052015


  

Auch die CDU-Fraktion hat auf die Presseerklärung des Wirtschaftsministeriums sehr kritisch reagiert, wie in der Allgemeinen Zeitung (Markus Lachmann) zu lesen war:

 

ENERGIEWENDE Grüne: Alle in den Hof des Weinguts Klöckner / CDU befürchtet Wildwuchs

 

MAINZ - Eine unkoordinierte Verspargelung der Landschaft, an den Wünschen der Menschen vorbei – oder eine Energiewende, die auf breite Akzeptanz der Bevölkerung trifft? Beim Ausbau der erneuerbaren Energien in Rheinland-Pfalz gehen die Meinungen in der Landespolitk auseinander. „Anders als die Grünen befürchten wir wachsende Widerstände“, sagt CDU-Oppositionsführerin Julia Klöckner. So stoßen sich die Christdemokraten an Aussagen der Öko-Partei, bis 2030 würden etwa weitere 1000 Windräder benötigt, um die rot-grünen Energieziele in Rheinland-Pfalz zu erreichen. Diese lauten: 100 Prozent des Stromverbrauchs soll aus Wind, Sonne, Wasser und anderen alternativen Energiequellen stammen – bilanziell, denn das Land ist ein großer Stromimporteur.

 

 

Für den ausführlichen Artikel bitte folgenden Link verwenden:

http://www.allgemeine-zeitung.de/politik/rheinland-pfalz/1000-windraeder--aber-wohin_15442796.htm

 


In einer Presseerklärung der FDP vom 18.05.2015 lautet sogar die Überschrift:

 

Grüne erklären Landschafts- und Naturschutz den Krieg

 

MAINZ. Die Freien Demokraten kritisierten die Ankündigung der Grünen weitere 1000 Windräder im Land aufstellen zu wollen. "Diese Ankündigung zeigt, dass die Grünen den Ausbau der erneuerbaren Energien nicht marktwirtschaftlich und ökologisch verträglich gestalten wollen, sondern auf eine Form der Öko-Planwirtschaft setzen", sagte der Vorsitzende der FDP Rheinland-Pfalz, Dr. Volker Wissing.

Statt nach flexiblen Wegen zu suchen, um vor Ort die Auswirkungen für Mensch und Natur verträglich zu gestalten, setzen die Grünen auf einen Brachialausbau der Windenergie. Aus Sicht der Freien Demokraten gefährdet die Partei damit die Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung. "Es reicht nicht die Energiewende einzig und allein an den Interessen der Windkraftlobby auszurichten", kritisierte Wissing. Die Energiepolitik müsse sich von Denkverboten befreien und wieder rational werden.

"Wer den Erfolg der Energiewende nur an der Zahl neu aufgestellter Windräder misst, hat ein sehr eindimensionales Verständnis von Energiepolitik", kritisierte der FDP-Vorsitzende die rheinland-pfälzischen Grünen. Aus Sicht der Freien Demokraten müsse beim Ausbau der Windenergie mehr Rücksicht auf die Bevölkerung, aber auch das wirtschaftliche Umfeld des Landes genommen werden. "Ein einseitiger Ausbau der Windkraft ohne einen koordinierten Ausbau der Stromtrassen ist wenig sinnvoll", so Wissing. Die Energiewende sei kein isoliertes energiepolitisches Projekt, es müssten auch soziale, ökologische und wirtschaftliche Aspekte bei der Umsetzung berücksichtigt werden.

 

Link zu diesem Artikel: http://www.fdp-rlp.de/Gruene-erklaeren-Landschafts-und-Naturschutz-den-Krieg/1558c2141i1p11/index.html

 


Alle kritischen Erklärungen reagieren auf die tolldreisten Verlautbarungen der letzten zwei Wochen aus dem rheinland-pfälzischen Wirtschafts- und Energieministerium.

Auszugsweise verweisen wir auf folgende Artikel:

Allgemeine Zeitung vom 16.05.2015 von Markus Lachmann:

 

1000 weitere Windräder bis 2030

ENERGIEWENDE Grüne erwarten keine zunehmenden Proteste / „Beim Ausbau auf einem guten Weg“

So schnell können sich Wahrnehmungen ändern: Die Energiewende, der „sozial-ökologische“ Wandel, galt als das große Projekt der rot-grünen Regierung im Jahr 2011. Doch im Getöse um den Wechsel von Kurt Beck zu Malu Dreyer, dem Nürburgring-Chaos und angesichts drängender Fragen etwa in der Flüchtlingspolitik ging dieses Thema regelrecht unter.

„Besser als erwartet“

 

http://www.allgemeine-zeitung.de/politik/rheinland-pfalz/1000-weitere-windraeder-bis-2030_15354283.htm

 

oder die Presseerklärung von Frau Lemke zur Studie Klima- und Energiepolitik Rheinland-Pfalz -

 

Lemke: Menschen im Land befürworten mit großer Mehrheit die Energie- und Klimaschutzpolitik der Landesregierung

http://www.mwkel.rlp.de/Aktuelles/Presse/Pressemeldungen/Lemke-Menschen-im-Land-befuerworten-mit-grosser-Mehrheit-die-Energie-und-Klimaschutzpolitik-der-Landesregierung/

 

 

Bündnis Energiewende für Mensch & Natur

Kontakt | Impressum | Postanschrift: Thiergartenstraße 36a, 55496 Argenthal