Die Akzeptanz der Energiewende ist nur noch dort vorhanden,
wo das Wissen um ihre Auswirkungen fehlt!

5.12.2013 - MITTEILUNG AN DIE PRESSE

Bundenbach, 05.12.2013

Die so regellose wie ungesteuerte Bevorzugung der Windkraftnutzung ist ein politischer Skandal und ein Verbrechen an der Natur. Zu dieser Überzeugung sind die Mitglieder der 29 Bürgerinitiativen gelangt, die sich im Bündnis "Energiewende für Mensch und Natur" zusammengeschlossen haben. Denn die in Rheinland-Pfalz und dem Saarland politisch gewollte Fixierung auf eine zurzeit lediglich 7,3 Prozent des gesamten Energiebedarfs abdeckende Ressource verhindert die dringend notwendige Erforschung weiterer wichtiger Alternativen auf dem Sektor der erneuerbaren Energien.   

Bei einem Teffen in Freirachdorf (Landkreis Neuwied) präsentierten sich jetzt sieben dem Bündnis angehörende Bürgerinitiativen aus dem Westerwald und vom unteren Mittelrhein mit ihren Anliegen, Argumentationen und Zielsetzungen. Sie alle verzeichnen enormen Mitgliederzuwachs. Darunter sind sehr viele Bürger, die bei der letzten Landtagswahl vor gerade einmal drei Jahren noch für die Grünen stimmten. Doch deren kompromisslose Unterstützung von weithin flächendeckend geplanten Windenergieprojekten außerhalb der touristischen Schwerpunkte an Rhein, Mosel und Ahr erzeugt heute in den Einwohnern der davon betroffenen ländlichen Gebiete eine Gefühlsmischung aus Verzweiflung, Wut und Erbitterung. 

Hingegen können sich die Bürgermeister von Freirachdorf, Mündersbach und Rossbach über die gemeinsam mit der örtlichen Bürgerinitiative "Rettet die Kuhheck" erreichte Verhinderung eines Windparks in dem Naturschutzgebiet zwischen ihren drei Dörfern freuen. Ein seltenes Beispiel für den Sieg der Vernunft über eine vielerorts im ganzen Land von politischen Klimaschutzfiktionen und dem Profitstreben der Windkraftbetreiber dominierten Planungen.

Fast überall sonstwo in Rheinland-Pfalz und dem Saarland hat die bisherige Art und Weise der Energiewendepraxis viel kommunalen Unfrieden und katastrophale Eingriffe in das althergebrachte Gefüge der Naturräume und Kulturlandschaften gebracht. Als besonders schändlich bezeichnet das Bündnis die am Freitag, dem 29. November 2013, begonnene und mittlerweile schon weit fortgeschrittene Teilentwaldung des Bocksrücks bei Gonbach im Donnersbergkreis. Ungezählte 200-jährige Buchen fielen dem vermeintlichen Fortschritt durch die Windindustrialisierung zum Opfer. Eine immisionsschutzrechtliche Genehmigung seitens der Kreisverwaltung legitimierte diese erschreckend großflächige Rodung.

 "Meistens sind es solche verwaltungstechnischen Begriffsungetüme und juristischen Raffinessen, die neben den fragwürdigen Stellungnahmen durchaus nicht unabhängiger Gutachter eingesetzt werden, um sowohl den normalen Menschenverstand als auch den Naturschutz auszutricksen." Das sagt der Bündnisvorsitzende Uwe Anhäuser und möchte trotzdem die fast 250 Mitglieder zählende Bürgerinitiative "Windkraftfreier Bocksrück" dazu ermutigen, ihren Kampf weiterzuführen. Und deren Sprecher Ralf Grusa merkt dazu an: "Wir kämpfen gegen Windmühlen. Aber ich will am Ende mit ruhigem Gewissen sagen können, dass ich alles versucht habe, um den Bau der Windräder zu verhindern."

Den Gonbachern am Bocksrück und all den vielen tausend Bürgern, die sich in den Initiativen des Bündnisses für eine Energiewende im Einklang mit Mensch und Natur einsetzen, klingen die Worte der "grünen" rheinland-pfälzischen Energieministerin Eveline Lemke wie zynischer Hohn in den Ohren: "Wo die Bürger keine Windräder wollen, werden keine errichtet." Und erst kürzlich hat ihre Kabinettskollegin, die gleichfalls "grüne" Umweltministerin Ulrike Höfken, verkündet, dass künftig keine Wiederaufforstung zum Ausgleich der immensen Rodungsflächen für Windindustrieanlagen auf Waldstandorten mehr erfolgen soll.

Uwe Anhäuser, Vorsitzender des Bündnisses "Energiewende für Mensch und Natur e. V."



 

Bündnis Energiewende für Mensch & Natur

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