Die Akzeptanz der Energiewende ist nur noch dort vorhanden,
wo das Wissen um ihre Auswirkungen fehlt!

10.2.2014 (Region Hunsrück) Der Hunsrück braucht ein Moratorium

Kommentar von Volker Boch, Rhein-Zeitung, 10.2.2014

Die Rhein-Zeitung schreibt hierzu ...

 

Unser Redakteur Volker Boch fordert die Mitbürger im Rhein-Hunsrück-Kreis dazu auf, innezuhalten und über die Energieversorgung der Zukunft nachzudenken.

Windkraft: Die Region braucht ein Moratorium

 

Der Deutsche ist ordnungsliebend. Was die Regeln gebieten, hält er ein. Mit welcher perversen Akkuratesse unser Volk selbst bei den schlimmsten Untaten vorzugehen versteht, belegt ein Blick in die NS-Zeit. Ja, das ist ein brutales Bild, aber eine gewisse Brutalität ist vonnöten, wenn es darum geht, die Menschen wachzurütteln. Genau dies will dieser Kommentar. Es ist die Aufforderung zu einem Moratorium, zur Besinnung, zur Einkehr.

Lassen Sie uns, lieber Landrat Bertram Fleck, liebe Stadt- und Verbandsgemeindebürgermeister, liebe Ortsvorsteher, Gemeinderäte und Politiker sowie alle lieben Mitbürger für einen Moment nachdenken, was wir gerade tun. Nein, der Rhein-Hunsrück-Kreis und seine Einwohner betreiben keine Energiewende, es gibt keine nachhaltige regionale Wertschöpfung, von der jeder Bürger etwas hat. Es wird nach Grenzwerten genehmigt, nach Regeln und dem Scheckbuch, aber nicht nach einem tieferen Sinn.

Wir treiben in einer Entwicklung voraus, die kein Ziel kennt und erst endet, wenn es eine Deckelung der Einspeisevergütung gibt und damit auch die Pachtzinsen sinken. Solange für ein Windrad im Kreis bis zu gut 60 000 Euro (3 Megawatt) und bis zum doppelten Bereich (7,5) jährlich - und das auf bis zu 30 Jahre - im Raum stehen, werden wir weiter jedes Windrad abnicken und gleichzeitig die allgemeine Entwicklung des Strompreises sowie die Veränderung unserer Heimatregion bejammern. Diese peinlichen Krokodilstränen haben wir selbst verschuldet.

Wenn wir es ehrlich meinen mit der Energiewende, müssen wir uns mit der "Energiewende von unten", von der das Land Rheinland-Pfalz spricht, ehrlich und ganz neu auseinandersetzen. Wie nach Fukushima, wäre es an der Zeit, ein mehrmonatiges Moratorium einzuführen, ganz regional auf unseren Kreis bezogen. In dieser Zeit lägen Genehmigungsverfahren auf Eis, und die Region könnte sich in einem übergeordneten Arbeitskreis, in den nicht nur alle politischen Kräfte eingebunden wären, neu und endlich einmal konzeptionell ausrichten. Denn es ist sicher, dass es eine solche Neuausrichtung "von oben" nicht geben wird. Der Rhein-Hunsrück-Kreis hat sich bezüglich der Energiewende immer als führend bezeichnet - er muss auch in dieser Frage zum Leader werden. Hier sind alle politischen Parteien im Sinne ihrer Wähler und der ethischen sowie moralischen Verpflichtung gefordert - jetzt.

Der Kommentar ist als Link abrufbar: www.rhein-zeitung.de/region/lokales/hunsrueck_artikel,-Windkraft-Die-Region-braucht-ein-Moratorium-_arid,1106550.html

Auslöser des Kommentars ist eine regionale Bürgerveranstaltung "Windkraft im Soonwald?" der BI Windkraftfreier Soonwald am 8.2.2014 in Mengerschied

Der Presseartikel zu dieser Veranstaltung ist als Link abrufbar: www.rhein-zeitung.de/region/lokales/hunsrueck_artikel,-Windkraftdiskussion-Soonwald-ist-mehr-als-ein-lukrativer-Standort-_arid,1106389.html

 

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