Die Akzeptanz der Energiewende ist nur noch dort vorhanden,
wo das Wissen um ihre Auswirkungen fehlt!

24.3.2014 Rhein-Zeitung (Region Birkenfeld) - Naturschützer warnen: Milane und Schwarzstörche sind in Gefahr

so schreibt die Rhein-Zeitung am 24.3.2014:

Naturschützer warnen: Milane und Schwarzstörche sind in Gefahr

Kreis Birkenfeld - Naturschützer und Heimatfreunde aus den Verbandsgemeinden Birkenfeld, Herrstein und Rhaunen haben sich in einem Offenen Brief an die zuständigen Verwaltungen sowie Umweltministerin Höfken gewandt. Ihre Bitte: Die Kreisverwaltung Birkenfeld möge etwas gegen die "akute Bestandsgefährdung von Milanen und Schwarzstörchen in unserem Landkreis" tun.

Dieser Horst im Wald bei Oberkirn liegt nur wenige Meter entfernt von Rodungen für Windkraftanlagen. Foto: Uwe Anhäuser

In dem von Kreistagsmitglied Uwe Anhäuser formulierten Schreiben heißt es: "Schon Ende Februar kehrten Dutzende Rotmilane aus ihren Winterquartieren zurück. Anfang März wurden sie bereits bei Hochzeitsflügen beobachtet. Am 7. März wurde der im Mörschieder Wald beheimatete und jetzt gleichfalls zurückgekehrte Schwarzstorch sowohl unweit der Weidener Brücke als auch bei Asbach von mehreren Augenzeugen gesichtet. Seit vorletzter Woche kehren nun auch die Schwarzmilane zurück.

Ausgerechnet in dieser für die Paarung, den Nestbezug und die beginnende Brutperiode entscheidenden Zeit werden nicht nur im Mörschieder Staatsforst, sondern auch in anderen für den Bau von Windrädern vorgesehenen Waldgebieten des Landkreises Birkenfeld forstwirtschaftliche Arbeiten mit Maschineneinsatz durchgeführt. Solche Maschinen lärmen zum Beispiel keine 100 Meter von dem vermuteten Schwarzstorchhorst bei Mörschied entfernt. Folglich wird das scheue Vogelpaar vermutlich wieder (wie schon 2013) seinen Ausweichhorst im Jungenwald bei Breitenthal beziehen müssen, und die von Prokon beauftragten Gutachter können folglich den Mörschieder Staatsforst für diese bedrohte Art als ,vogelfrei' bezeichnen." Der "behaupteten angeblichen" Verwechslung dieses Schwarzstorchhorsts mit einem Habichthorst hätten inzwischen zahlreiche ornithologische Experten widersprochen, so die Naturschützer weiter.

Und sie haben noch ein Beispiel parat: "Vergangene Woche wurden an einem vorgesehenen Windradstandort bei Oberkirn in unmittelbarer Nähe eines den Naturschützern seit Jahren bekannten Milanhorsts mehrere Eichen gefällt. Die Vögel suchten danach das Weite, und es ist fraglich, ob sie wiederkehren werden, zumal die am Boden liegenden Stammabschnitte ja noch weiter zerkleinert werden müssen."

Die Naturschützer erheben gar weitergehende Anschuldigungen: "Auch in der Umgebung von Siesbach, Leisel, Schwollen und auch bei Bundenbach und Rhaunen wurden in den vergangenen Wochen an Waldrändern geparkte Kraftfahrzeuge beobachtet (teils mit auswärtigen und/oder verschmierten Kennzeichen), deren Insassen stundenlang die Umgebung mit Ferngläsern absuchten. In denselben Gebieten sind die gerade erst zurückgekehrten Rotmilane jetzt urplötzlich wieder verschwunden. Deshalb ist zu befürchten, dass ähnlich wie schon im letzten Jahr durch ausgelegte Giftköder die hiesige Milanpopulation von unbekannten Tätern dezimiert oder sogar ausgerottet werden soll. In denselben Waldgebieten wurden auch wieder mehrere Horste höchstwahrscheinlich mutwillig zerstört." Deshalb fordern die Naturschützer die Kreisverwaltung auf, "bis zu einer einwandfreien Aufklärung dieser Vorfälle keine Baugenehmigung für Windkraftanlagen" mehr zu erteilen.

Fotos: Uwe Anhäuser 

 

Bündnis Energiewende für Mensch & Natur

Kontakt | Impressum | Postanschrift: Thiergartenstraße 36a, 55496 Argenthal