Die Akzeptanz der Energiewende ist nur noch dort vorhanden,
wo das Wissen um ihre Auswirkungen fehlt!

27.01.2014 Windkraft-Stopp im Naheland
 
Ein kurzer, aber intensiver Aufruf für einen sofortigen Windkraft-Stopp macht am Beispiel Naheland deutlich, was auf dem Spiel steht: viele Gefahren für Mensch und Natur bei noch mehr Windkraft. Ein Appell zum Umdenken! In verkürzter Form wurde der Aufruf als Leserbrief in der Druckausgabe der Allgemeinen Zeitung (Bad Sobernheim) am 24.Januar veröffentlicht.
 
 
Windkraft-Wahnsinn und ein Aufruf zur versöhnlichen Umkehr 

Im Naheland werden weiterhin Windkraftanlagen geplant: bei Bad Sobernheim (Pferdsfeld, Zollstock), Odernheim (Moorplacken) und noch zu wenig beachtet bei Simmertal (Habichtskopf). Auch woanders sind viele neue Großanlagen beabsichtigt, einige stehen schon.  Mancher erzählt, das sei sinnvoll oder notwendig. Doch das ist eindeutig ein Irrweg.

Gefahren für Tiere sind bewiesen. Lebensräume gehen verloren. Schwere Fundamente und Zuwegungen für Laster beeinträchtigen oft auch das Wasser. Landschaften werden weit wirkend verbaut. Neue Anlagen sind oft über 200m hoch. Das entspricht der Skyline von Frankfurt: eine gewaltige Industriebau-Dimension, die Alle in der Region betrifft. Zwar sind Landschaften natürlich veränderbar, doch das ist jenseits aller Leitplanken. Es geht wahrlich rund, nachts blinkt es, Lärm und Schall breiten sich aus. Das Wohlbefinden von Menschen leidet. Dabei ist der Beitrag zur Stromerzeugung gering. CO2 wird kaum eingespart. Mangels Speicher laufen alte Kraftwerke weiter. Viele Kosten, wenig Sinn. Energiewende und Klimaschutz gehen anders. Das ist gerade keine saubere Energie, kein „Ökostrom“. Mit Windkraft wird das zerstört, was es zu erhalten gilt: unsere Lebensgrundlagen. 

Wahnsinn ist auch, dass oft nur das schnelle Geld zählt: Pacht oder „windige“ Beteiligungen mit Risiko. Doch das ist in Subventionen umgeleitetes öffentliches Geld, das an anderer Stelle fehlt. So verständlich es ist, wenn Gemeinden finanzielle Spielräume gewinnen möchten, so unverständlich ist es, dass sie sich den Ast absägen, auf dem sie sitzen. Mit Windkraft werden brutal mehr Werte zerstört als Geld damit gewonnen würde. Das ist eine Katastrophe für uns und Alle, die sich für Regionalentwicklung und Tourismus in Versöhnung von Natur und Wirtschaft engagieren. 

Weite Teile von Rheinland-Pfalz sind schon mit Windenergie verbaut. Das ist mehr als genug. Es geht darum, die letzten großen freien Räume zusammenhängend als Besonderheiten in die Zukunft zu tragen, so auch das wunderbare Naheland. Schon eine neue Großanlage würde das zerstören. Angesichts der Größe ist sehr weiträumiges Denken anstelle bisher klein karierter Planungen nötig. Und nicht jede Verbandsgemeinde braucht ein Windrad.

Es geht uns um Versöhnung: untereinander und mit der Natur, Heimat im besten Sinn. Der Wind-Streit geht nicht entlang von Partei- oder Verbandsgrenzen, sondern es kommt buchstäblich auf den Horizont an. Politiker und Entscheider würden Weisheit zeigen, wenn sie angesichts der Nachteile Windkraft stoppen, auch wenn sie mal dafür waren. Für Energie und Klima gibt es klügere Alternativen als unsere Natur zu zerstören - ein eigenes Thema mit modernen Kombinationen ohne Atom, Kohle und anderen Irrwegen wie bei Biomasse. Dazu gehört die Abkehr vom Wachstumsdenken des „Immer mehr“. Es geht ums Ganze.

Daher rufen wir zu einem sofortigen Stopp des Windkraft-Ausbaus auf. Es gilt, jetzt gegen die Windkraftpläne von Simmertal aktiv zu werden. Gegen-Initiativen verdienen Unterstützung (Fürfeld, Pferdsfeld, Schöneberg, Soonwald, Windesheim). Engagieren wir uns für das Leben: intakte Natur und intelligenter Fortschritt statt Windkraft. Wir sind nicht allein. 

Michael Altmoos & Ursula Altmoos, 27. Januar 2014 

Dieser Leserbrief ist auch als pdf abrufbar. Hier der link zum Aufruf (pdf).

engagiert in „Nahe der Natur“ –Mitmach-Museum für Naturschutz“ (www.nahe-natur.com) in Staudernheim. 

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Publikations- und Zitierhinweis

In verkürzter Form ist dieser Aufruf als Leserbrief in der Druckausgabe der Allgemeinen Zeitung vom 24.Januar 2014 erschienen (Druckausgabe, Lokalteil Bad Sobernheim). Der Aufruf kann von Jedem frei weiter gegeben werden - Zitiervorschlag: 

Altmoos, M. & U., 2014. Windkraft-Wahnsinn und ein Aufruf zur versöhnlichen Umkehr. – ein regionaler Aufruf für das Naheland aus www.freinatur.net – den Internetseiten von „Nahe der Natur – Mitmach-Museum für Naturschutz“, Staudernheim (Nahe), 27.Januar 2014. 

Vertiefender Hintergrund (mit Fakten und Material)  zu Windkraft und mehr in www.freinatur.net (link).

Zum Beispiel:

 

 

 

 

 

Kontakt: M+U. Altmoos, Schulstraße 47, 55568 Staudernheim, Fon 06751-8576370 – www.nahe-natur.com  

 

Online-Petition für mehr Abstand von WKA zur Wohnbebauung

 

Bürger aus Wilnsdorf bei Siegen haben eine Online-Petition gestartet, die mehr Abstand zwischen Windkraftanlagen und der Wohnbebauung fordert, nämlich mindestens die 10-fache Höhe der Windkraftanlagen. Die Petition bezieht sich zwar eigentlich auf Anlagen, die im Raum Wilnsdorf bei Siegen geplant sind, kann aber genutzt werden, um generell der Forderung nach einem größere Abstand zwischen Wohnbebauung und WKA Nachdruck zu verleihen.

Die Petition kann bis zum 23.04.2014 unterzeichnet werden:

Online-Petition Windkraft mit Abstand

04.01.2014 (Region Siegtal) Wanderung zu Bodendenkmälern im Giebelwald

 

„Keine Windräder im Höh- und Giebelwald!" Das ist seit ungefähr zwei Jahren die Forderung der Bürgerinitiative Siegtal.

Um in diesem Rahmen auch auf die vielen Bodendenkmäler aufmerksam zu machen, aus vorrömischer Zeit, aus dem frühen Mittelalter und aus der Zeit der industriellen Revolution, die heute noch in unseren Wäldern zu finden sind, lud die BI-Siegtal zu einer Wanderung durch den Giebelwald ein.

Weiterlesen: 04.01.2014 (Region Siegtal) Wanderung zu Bodendenkmälern im Giebelwald

Windenergie-Erlass des Landes Nordrhein-Westfalen

Unsere Nachbarn im Norden sind uns zumindest in einen Punkt voraus, was die Energiewende angeht: Sie haben die Planung und Genehmigung von Windkraftanlagen in einem ministeriellen Erlass geregelt.

Der Erlass besitzt für alle nachgeordneten Behörden verwaltungsinterne Verbindlichkeit. Für die Gemeinden als Trägerinnen der Planungshoheit ist der Windenergie-Erlass Empfehlung und Hilfe zur Abwägung. Für Investitionswillige
sowie Bürgerinnen und Bürger zeigt er den Rechtsrahmen auf, gibt Hinweise zu frühzeitigen Abstimmungsmöglichkeiten
mit den Behörden und trägt somit zur Planungs- und Investitionssicherheit bei. (Auszug aus dem Erlass)
Genau das fehlt in Rheinland-Pfalz. Wer genau wissen will, was der Erlass wie regelt, kann hier nachlesen.

 

Bündnis Energiewende für Mensch & Natur

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