Die Akzeptanz der Energiewende ist nur noch dort vorhanden,
wo das Wissen um ihre Auswirkungen fehlt!

14.11.2014 - Pressemitteilung des NABU zur strikten Umsetzung des Artenschutzes und wie reagieren andere Umwelt- und Naturschutzverbände?

P R E S S E D I E N S T  Nr. 24/14 des NABU vom 11.11.2014

NABU Rheinland-Pfalz fordert strikte Umsetzung des Artenschutzes bei der Energiewende

Die heute von der Deutschen Wildtier Stiftung veröffentlichte Studie „Windenergie im Lebensraum Wald“ zeigt erneut, dass eine vernünftige Planung beim Ausbau der Windkraft und bei der Umsetzung der Energiewende unerlässlich ist, wenn diese nicht zum Schafott für Arten und Lebensräume verkommen soll.

„Der kopflose Ausbau der Windkraft in Rheinland-Pfalz entwickelt sich immer mehr zu einer Katastrophe für die Landschaft“, sagt Siegfried Schuch, Vorsitzender des NABU Rheinland-Pfalz. Anstatt ein Konzept für eine planvolle Umsetzung der Energiewende zu erarbeiten, die den Artenschutz und die Notwendigkeiten des Ausbaus alternativer Energien gleichermaßen berücksichtigen würde, hat man sich hier für den „schnellen Weg“ entschieden. Das beinahe vollständige Übertragen der Planungshoheit auf die Kommunen hat Tür und Tor für eine Goldgräberstimmung geöffnet, die kaum zu bremsen ist - auf Kosten von Rotmilan, Abendsegler und Co, deren wissenschaftlich belegte Bedrohung durch Windkraftanlagen hierzulande immer weniger Berücksichtigung findet.

Dabei existieren längst fachlich fundierte Abstandsempfehlungen zum Beispiel für die Vereinbarkeit von Windkraftstandorten mit den Vorkommen windkraftsensibler Vogelarten: Das sogenannte „Helgoländer Papier“ wurde von allen staatlichen Vogelschutzwarten überarbeitet, wird aber immer noch durch die Politik zurückgehalten, weil es angeblich den Ausbau der Windenergie bremsen würde. Dass hierdurch bedrohte Tierarten, für die Deutschland teilweise eine besondere Verantwortung hat, zunehmend gefährdet werden, wird von den politisch Verantwortlichen ignoriert. Durch Polemik wird im Gegenteil sogar immer wieder versucht, die Problematik wegzureden und die Naturschutzverbände und ihre Forderungen ins Lächerliche zu ziehen.

„Eine Energiewende, die den Artenschutz mit Füßen tritt, kann nicht die Wende sein, für die Naturschutzverbände immer gekämpft haben“, sagt Schuch. „Deshalb fordern wir erneut, dass sich die politischen Vertreter nicht länger gegen die fachlichen Empfehlungen ihrer eigenen Behörden stellen und endlich beginnen Klimaschutz und Artenschutz zusammen zu denken. Die Politik darf die wissenschaftlich fundierten Abstandsempfehlungen der Vogelschutzwarten nicht länger blockieren.“

Nur durch eine konsequente Berücksichtigung der Artenschutzbelange wird die Energiewende weiterhin durch die Umweltverbände akzeptiert. Klimaschutz und Naturschutz müssen konsequent zusammen umgesetzt werden.

Konsequenterweise müssten sich alle Umwelt- und Naturschutzverbände dieser Pressemitteilung anschließen. Wir sind gespannt und warten ab.

Redaktion

 

 

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