Die Akzeptanz der Energiewende ist nur noch dort vorhanden,
wo das Wissen um ihre Auswirkungen fehlt!

Inhaltlicher Hintergrund und Denkanstöße: Energie-Irrwege und Auswege zur Naturverträglichkeit sachlich und kompakt

11.10.2014. Staudernheim. - Das Naturschutz-Museum „Nahe der Natur“ (www.nahe-natur.com), Mitglied des Bündnisses „Energiewende für Mensch und Natur e.V.“, stellt eigenständig und unabhängig neue Fachmaterialien zum Mit- und Nachdenken bereit: Aufbauend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und Auswertungen werden in Gedanken-Skizzen analytisch, nüchtern und kompakt für jede Energiequelle die Irrwege für Natur, Landschaft und Mensch dargestellt, aber auch mögliche Auswege und Kompromisse angeführt.

Fossile oder atomare Energie-Lösungen sind alte Irrwege: sie sollten wie auch das „Fracking“ keine Zukunft haben! - Der Einsatz regenerativer Energien führt aber zu neuen Irrwegen, wenn er falsch und einseitig erfolgt. Dieses Problem ist auch Gründungsanlass des Bündnisses (diese website).

Es gibt zu (regenerativen) Energiequellen aber auch Lösungen und gute Kompromisse, die wir finden können und zu denen die neue Zusammenstellung Anstoß gibt: So kann beispielsweise Windkraft halbwegs verträglich gestaltet werden, wenn sie nur wenig eingesetzt, behutsam auf wenige schon stark vorbelastete Standorte reduziert und betont großräumig koordiniert wird. Solarenergie ist eine gute und sehr ausbaufähige Option, wenn sie auf die vielen bereits versiegelten und nicht historisch bedeutsamen Flächen beschränkt wird.

Solche fluktuierende Energiequellen benötigen Speicher, um grundlastfähig zu werden – ein aktuelles Defizit. Die Speicher der Zukunft müssen neben ihrer technischen und wirtschaftlichen Vernunft aber auch betont natur- und landschaftsverträglich sein. In diesem dynamischen aktuellen Forschungsfeld darf also nicht nur technisch gedacht werden, sondern auch Tiere, Menschen, Landschaften gleichrangig berücksichtigt werden. Ein weiteres Defizit!? Die oft propagierten Pumpspeicher sind (mit wenigen Ausnahmen) sicher keine verträgliche Speicher-Lösung, sondern eine neue Katastrophe, weil sie zu stark Natur und Landschaft zerstören, auch wenn das viele ignorieren oder optisch kaschieren.

Biomasse wäre grundlastfähig, ist aber erst dann naturverträglich, wenn es vorwiegend um Resteverwertung geht, die aber durchaus Potenzial hat. Derzeit werden mit Energiepflanzen-Monokulturen in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion oder mit (zu) starker Holznutzung viele Lebensräume zerstört und bessere Zukunftsoptionen verhindert.

Die Zusammenstellung zeigt, dass gegenwärtig die Irrwege vorherrschen - mit schwerwiegender (Zer)Störung von Natur, Landschaft und Menschen vor allem bei Windkraft, Wasserkraft und Biomasse. Doch durch eine kluge Kombination von regenerativen Energien - begleitet von Energie-Einsparungen und einem generellen Umdenken (!!!) – ist aber auch eine gute Lösung zukünftig möglich: hier zum Mit- und Nachdenken, als Argumente gegen die Dummheit der einseitigen Zerstörung – und für eine wirklich lebenswerte Zukunft mit Energie. Es lohnt sich!

Die neue Zusammenstellung „Energie – Naturverträglichkeit kompakt“ (pdf / 29 Seiten) gibt es neben vielfältigen anderen Materialien zum Thema in http://www.nahe-natur.com/Freinatur/Windkraft/

 

Text und nachfolgendes Foto (Energielandschaft im Westerwald): Michael Altmoos

Energielandschaft im Westerwald (Foto Michael Altmoos)

Windturbinen als Fledermausfallen - neue Studie

 

10.10.2014 - Eine neue Studie aus den USA belegt eine Anziehungs- und Fallen-Wirkung von Windrädern: Vor allem bei schwachem Wind werden Fledermäuse regelrecht von Windturbinen angelockt. Die Forscher diskutieren, dass dies mit der groben Ähnlichkeit von schwach drehenden Windrädern mit Baumipfeln zu tun haben könnte. Die Folge ist jedenfalls fatal: Durch Windräder sterben Fledermäuse in beachtlicher Zahl. Originalquelle: Crayn und andere (Sept 2014) - Link: www.pnas.org/content/early/2014/09/24/1406672111

 

Wertung: Die Erkenntnisse unterstreichen einmal mehr die bereits bekannte Bedrohung für Fledermäuse. Während Vögel Windanlagen eher meiden, werden Fledermäuse teils angelockt - und sterben. Windkraft ist demnach in allen Fällen eine bedeutende Natur(zer)störung. Allerdings kann diese Bedrohung theoretisch vermindert werden, wenn Windräder gerade in windschwachen Abend- und Nachtstunden abgestellt werden. Es verbleibt dann jedoch weiter die generelle Lebensraumzerschneidung und ein schwerwiegender Landschaftsverbau - das sind eigene große Problem jenseits der Tiere, zu dem viele Studien existieren. - gez. Michael Altmoos, www.nahe-natur.com

Fledermäuse auch auf ihren Wanderungen gefährdet.

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen einmal mehr, dass Fledermäuse nicht nur in ihrer jeweiligen Heimat durch Windkraftanlagen gefährdet sind, sondern auch auf ihren Wanderungen. So werden im windkraftverbauten Deutschland viele europäische Fledermäuse getötet, die eigentlich in anderen Regionen zu Hause sind. Besonders betroffen sind ausgerechnet Weibchen und Jungtiere, die für die Vermehrung besonders sensibel sind. Das unterstützt Forderungen, in Lebensräumen für Fledermäuse keine Windkraftanlagen zu errichten.

Original-Quelle (Link): http://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0103106 ,

Zitat:

Quelle: Lehnert LS, Kramer-Schadt S, Schonborn S, Lindecke O, Niermann I, et al. (2014) Wind Farm Facilities in Germany Kill Noctule Bats from Near and Far. PLoS ONE 9(8): e103106

 

Rotmilan stärker durch Windkraft gefährdet - der SWR berichtet am 22.7.2014 über neue Studie

www.presseportal.de/pm/7169/2789878/rotmilane-staerker-durch-windraeder-gefaehrdet-swr4-rheinland-pfalz-ueber-eine-neue-studie-zu-den/sf

SWR4 Rheinland-Pfalz berichtet über eine neue Studie zu den Schlagopferzahlen:  

Mainz (ots) - Der Rotmilan ist in Rheinland-Pfalz offenbar viel stärker durch Windräder gefährdet, als vermutet. Nach SWR4-Informationen könnten pro Jahr mehr als 100 der geschützten Greifvögel im Land durch Windanlagen getötet werden. Hintergrund ist eine neue Studie der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg. Experten haben dort zum ersten Mal wissenschaftlich berechnet, wie viele Rotmilane durch die Rotorblätter von Windrädern erschlagen werden. Dazu wurden in einem Monitoring über mehrere Monate hinweg die Schlagopferzahlen in Windparks systematisch erfasst. Allein in Brandenburg werden demnach pro Jahr mehr als 300 Rotmilane durch Windanlagen getötet. Der Leiter der Staatlichen Vogelschutzwarte in Brandenburg, Dr. Torsten Langgemach, sagte im SWR4-Interview, die Ergebnisse der Studie seien international akzeptiert und anerkannt. Die Zahlen aus Brandenburg seien durchaus auch auf andere Regionen in Deutschland übertragbar. Pro zehn Windräder könne man von einem toten Rotmilan ausgehen. Bei derzeit 1.400 Windrädern in Rheinland-Pfalz wären das 140 tote Rotmilane pro Jahr.

Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz geht offiziell von niedrigeren Zahlen aus. Seit Einführung der Schlagopferstatistik im Jahr 2002 wurden demnach in Rheinland-Pfalz sieben Rotmilane als Schlagopfer von Windkraftanlagen in der Statistik erfasst.

Torsten Langgemach kritisierte im SWR4-Interview die Schlagopferstatistik in Rheinland-Pfalz. Die Landesregierung stütze sich lediglich auf Zufallsfunde und Stichprobenkontrollen. Rheinland-Pfalz verschließe die Augen vor der tatsächlichen Gefahr. Die offiziellen Daten aus Rheinland-Pfalz seien wissenschaftlich nicht haltbar. Zwar gebe es in Rheinland-Pfalz weniger Windräder als in Brandenburg, allerdings sei ihm kein einziger Fall von Kollisions-Monitoring in Rheinland-Pfalz bekannt. Dies sei aber die einzige Basis für seriöse Hochrechnungen. Die Zahlen der Landesregierung sagten daher nichts aus. Langgemach fordert auch für Rheinland-Pfalz ein systematisches Kollisions-Monitoring an bestehenden Windkraftanlagen und -parks. Erst dann könne man sehen, "was da vom Himmel fällt". In vielen Bundesländern fehle aber oft der politische Wille, eine systematische Suche nach Kollisions-Opfern zu starten.

Der Rotmilan gehört zu den streng geschützten Vogelarten in Europa. In Deutschland lebt die Hälfte aller Rotmilane der Welt. Rheinland-Pfalz liegt im Kerngebiet der Verbreitung.

Der Windparkbetreiber Juwi hatte erst in den vergangenen Tagen einen geplanten Windpark bei Oberkirn im Hunsrück wegen des Rotmilan-Vorkommens gestoppt. Auch in Hillesheim in der Vulkaneifel wird es vorerst wegen des Rotmilans keine Windräder geben.

Pressekontakt: Heike Rossel, Tel. 06131 929-33272, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Bündnis Energiewende für Mensch & Natur

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